St. Martin – von Stutenkerlen, Laternenumzügen und Martinsgänsen

11
November
2019
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Am 11. November feiert man in weiten Teilen Deutschlands Sankt Martin.

Der Tag geht zurück auf den Heiligen Martin von Tours, einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche.

 

Gelebt hat Martin von Tours im 4. Jahrhundert nach Christus. Bereits als 15-Jähriger musste er als Sohn eines Berufssoldaten ebenfalls in den Dienst der Armee eintreten. Aufgrund seiner Güte und seines christlichen Handelns, erwarb er sich bei der Bevölkerung im Laufe der Jahre hohes Ansehen, weshalb man ihn zum Bischof von Tour machen wollte. Ihm war jedoch der Prunk und das edle Leben zuwider und der Legende nach wollte er der Wahl zum Bischof entkommen, indem er sich in einem Gänsestall versteckte. Das Geschnatter der Gänse soll ihn jedoch verraten haben, weshalb diese geschlachtet wurden. (So eine mögliche Herleitung der sogenannten „Martinsgans“.)

 

Noch als Offizier der Garde erlangte Martin von Tour Berühmtheit: Am Stadttor von Amiens trat ihm hoch zu Ross ein nahezu unbekleideter Bettler entgegen. Da er selbst nur seine Waffen und den einfachen Soldatenumhang trug, der ihn vor dem kalten Winterwetter schützte, zog er sein Schwert und teilte seinen Mantel entzwei, um eine Hälfte dem Bettler zu geben. Des nachts sei ihm Jesus erschienen, der sich ihm in Gestalt des Bettlers offenbarte, weshalb er in den Dienst der Kirche eintrat und schließlich doch Bischof von Tours wurde.

 

Am 11. November feiert man mit dem Namenstag des Heiligen Sankt Martin das Fest seiner Grablegung im Jahr 397. Das Laternelaufen an diesem Tag ist der Lichterprozession nachempfunden, mit der sein Leichnam nach Tours überführt wurde.

 

Die typischen Stutenkerle versinnbildlichen eigentlich den Heiligen Nikolaus, dem erst am 6. Dezember gedacht wird. Im Ruhrgebiet und im Rheinland dehnte man den Brauch aus, so dass es dort die Stutenkerle mit der eingebackenen Pfeife schon zum Martinstag gibt. Die Pfeife ist übrigens erst seit der Reformation üblich: Der ursprüngliche Bischofsstab sollte durch die Pfeife verweltlicht werden. In Gegenden mit stark evangelischer Prägung verschob man kurzerhand den Martinstag auf den 10. November und feiert dort stattdessen „Martini“, den Geburtstag Martin Luthers.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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